Globalisierung Markt Corona Coronakrise COVID-19 USA China

Ist die Globalisierung schuld an der Corona-Krise?

Es ist vermutlich wahr, dass sich der Coronavirus so schnell verbreitet hat, weil die Welt wirtschaftlich so eng verflochten ist. Schnell hört man nun Rufe nach einer Beschränkung des wirtschaftlichen Welthandels. Das nationale Denken scheint schon länger auf dem Vormarsch und polemische Schuldzuweisungen über „Patient Null“, und wie der Virus in das eigene Land kam, machen die Runde. 

Skurrile Verschwörungstheorien schwirren durch das weltweite Netz. Der US-amerikanische Präsident versuchte den schwarzen Peter den Europäern und Chinesen in die Schuhe zu schieben. Chinas Führung behauptete andererseits, das US-amerikanische Militär hätte den Virus in das Reich der Mitte gebracht, um der aufstrebenden Weltmacht zu schaden. 

Geiz ist geil?

Aber was hat das alles mit mir zu tun? Die Globalisierung war in den vergangenen Jahrzehnten eine Quelle des Wohlstands, von der viele von uns profitiert haben. China ist die Werkbank der Welt. Viele Produkte kamen aus Fernost: Elektronik, Spielzeug, Medizin und nun vermutlich auch ein kleiner Virus. Unsere Klamotten werden heute nicht mehr bei uns hergestellt, sondern in vielen verschiedenen Ländern, bevor wir sie meist viel zu billig kaufen. Gerade auch in unserem Land hat eine „Geiz ist geil“-Mentalität um sich gegriffen. Schnäppchenjagen als neuer Volkssport. Irgendwo in dieser Welt haben jedoch Kinderhände nach Rohstoffen gegraben oder Textilien genäht und damit unseren Luxus garantiert. Auch dein Handy oder PC, ohne die wir jetzt noch hilfloser wären, konnten wir nur durch die Globalisierung so günstig erwerben. Und den meisten Menschen war das egal. Unser Motto: Immer mehr und Hauptsache billig! Geiz ist nicht geil, sondern brutal und menschenverachtend. 

Ich bin mir erstmal selbst der Nächste! Bin ich der Hüter meines Bruders? antwortete vor vielen tausend Jahren schon einmal Kain, der Bruder von Abel, frech auf Gottes Frage: Wo ist dein Bruder?

Die anderen sind schuld

Auch in dieser Krise ist es einfach mit dem Finger auf die anderen zu zeigen, die uns das Klopapier vor der Nase wegkaufen. Oder auf die Reichen: Die Fußballmillionäre, die zum Glück bald weniger verdienen werden oder auf Hedgefonds-Manager, die durch die Corona-Krise sogar noch absurd hohe Gewinne machen. Natürlich ist es richtig, darüber zu diskutieren, dass manche Berufe massiv überbezahlt und andere, wie soziale Pflegeberufe, unterbezahlt sind. Und es wäre schön, wenn sich da etwas ändern würde. 

Gott dreht aber unseren Finger weg vom anderen und richtet ihn auf uns selbst. Ein Vers des Neuen Testaments lautet:

„Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe“

1. Timotheus 6,10

Steckt diese Wurzel nicht auch in uns selbst? Es lohnt sich über diesen Vers einmal nachzudenken und sich selbstkritisch zu hinterfragen: Was hat die Religion des Materialismus mit mir gemacht? Der Liederdichter Peter Strauch formulierte:

Reichtum, Ehre, Karriere, Einfluss, Macht und Geld;
All das suchen wir und sind doch einsam in der Welt,
Wir sind nie zufrieden, nein wir wollen immer mehr und doch bleiben
Unsere Herzen leer.

Aus dem Lied „Gott wurde arm für uns“ von Peter Strauch

Diese Krise, in der selbstverständliche Gewohnheiten wie der jährliche Urlaub in Frage gestellt werden und unser Wohlstand gefährdet ist, ist eine Chance für sich neu zu entdecken, was wirklich wichtig ist und was ewig hält.

Gute Beziehungen zu Menschen, Verständnis füreinander, Gemeinschaft und praktizierte Nächstenliebe sind Antworten. Aber auch die Frage nach dem Sinn des Lebens, die Frage nach woher und wohin und die Frage nach Gott, der mit uns in einer Beziehung leben möchte, darf und muss in dieser Situation wichtig werden.

Share on whatsapp
Share on email
Share on facebook
Share on twitter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.