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Jogis Ruf zur Umkehr – ist es der richtige?

Am 18. März 2020 trat Fußball-Bundestrainer Joachim Löw anlässlich der Corona-Krise vor die Kameras und hielt eine Kurzrede, in der er die westliche Welt zur Buße (Umkehr) aufrief: nämlich zur Umkehr von Gier, Profitstreben und Egoismus. 

Einen ganz anderen (weniger beachteten) Bußaufruf gab es derweil vom anderen Ende der Welt. Wir vergleichen die beiden und untersuchen, ob der Löwsche U-Turn die richtige Navigationsanweisung ist. 

Jogis Bußaufruf 

Unter dem Eindruck der Corona-Ereignisse sagte Jogi Löw im Wortlaut: „Die Erde scheint sich ein bisschen zu stemmen und zu wehren gegen die Menschen und gegen ihr Tun. Der Mensch denkt immer, dass er alles weiß und alles kann. Das Tempo, das wir in den letzten Jahren vorgegeben haben, war nicht mehr zu toppen. Macht, Gier, Profit, Rekorde standen im Vordergrund.“ Und dann: Jeder Einzelne müsse „Abstriche machen“ und „beweisen, dass wir uns auch wandeln können, dass wir auch anders können“. 

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Löws Worte sind eingängig, sie treffen einen Nerv der Zeit, ein allgemeines Unwohlsein: so kann es nicht weitergehen, es muss sich etwas ändern. Im einer Anselm-Grün-gefärbten Wording der Entschleunigung identifiziert Löw als Problem hauptsächlich ein zu hohes Lebenstempo, verursacht durch Gier und Profitstreben. Das missfalle der Erde, die sich nun wehre. Im Hintergrund scheint die Annahme zu liegen, dass die Menschheit sich von einem natürlichen, harmonischen Zusammenleben mit „Mutter Erde“ abgekehrt habe. Dorthin müsse man zurückkehren, wie seine Handlungsaufforderungen belegen: Mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander, Respekt, Abstriche machen, entschleunigen, Verzicht auf Populismus in der Politik …

Biblische Buße in Kenia

Einen Tag vor Jogis Statement äußerte Kenias Präsident Uhuru Kenyatta Folgendes: 

„Wir dürfen die Notwendigkeit einer Umkehr zu Gott nicht ignorieren. In diesen Umständen haben wir uns als Nation, wie auch schon in der Vergangenheit, an Gott gewendet, um ihm zuallererst für die Segnungen zu danken, die er unserer Nation angedeihen hat lassen. Wir wenden uns aber auch an Gott, um mit ihm unsere Ängste und Befürchtungen zu teilen, sowie seine Führung und seinen allgegenwärtigen Schutz zu suchen.“ 

Uhuru Kenyatta, Präsident von Kenia
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Kenyatta rief den 21. März zum Nationalen Gebetstag aus. Gebet als Mittel gegen Corona? Sein Vizepräsident William Ruto erinnerte per Twitter an folgenden biblischen Zusammenhang zwischen Katastrophen, Buße und Gebet:

„Wenn ich (…) die Pest unter mein Volk sende, und wenn dann mein Volk (…) sich demütigt und zu mir betet, wenn es meine Gegenwart sucht und von seinen bösen Wegen umkehrt, dann werde ich es vom Himmel her hören, ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“

2. Chronik 7,13-14

Unabhängig von der Frage, ob bzw. inwiefern Gott für die Corona-Pandemie verantwortlich gemacht werden kann, haben wir es hier mit einem ganz anderen Ansatz als dem „Löwschen“ zu tun.

Eine Buße, die zu kurz greift

Jogis „Bußpredigt“ greift viel zu kurz. Im Gegensatz zu Kenyatta und Ruto lässt er das Wesentliche unerwähnt, nämlich Gott. Die Sinnesänderung, die von uns Menschen gefordert ist, erschöpft sich nicht in mehr Achtsamkeit und weniger Profitstreben. Sie besteht hierin: Gott von ganzem Herzen zu suchen und das Böse sein zu lassen. 

Eine besonders plastische Schilderung hiervon finden wir im Buch Jona:

„Die Leute von Ninive glaubten Gott und beschlossen zu fasten. Alle, Groß und Klein, zogen den Trauersack an. Jonas Botschaft hatte nämlich den König von Ninive erreicht. Er war von seinem Thron gestiegen, hatte sein Herrschergewand ausgezogen, den Trauersack angelegt und sich in die Asche gesetzt. Dann hatte er in der ganzen Stadt ausrufen lassen: “Hört den Befehl des Königs und seiner Oberen: ‚Menschen und Tiere, Rinder und Schafe sollen weder essen noch weiden noch Wasser trinken! Menschen und Tiere sollen mit dem Trauersack bedeckt sein und mit aller Macht zu Gott rufen. Alle sollen von ihren bösen Wegen umkehren und aufhören, Unrecht zu tun!‘“

Jona 3,5–8

Zuerst einmal bezog sich ihre Umkehr auf Gott, nicht auf „Mutter Erde“. Die Erde ist keine Autorität und kein Maßstab. Es ist nicht die Erde, die sich wehrt. Gott ist der Souverän, der alles in der Hand hat. Zweitens tat es den Ninivitern wirklich leid. Sie sahen ein, dass ihr Handeln böse war, und redeten es nicht klein. Diese Selbsterkenntnis ist heute sehr rar. 

Das Schöne ist: Gott erbarmt sich immer über bußfertige Menschen. Wir lesen weiter:

„Gott sah ihr Tun, er sah, dass sie umkehrten und sich von ihrem bösen Treiben abwandten. Da tat es ihm leid, sie zu vernichten, und er führte die Drohung nicht aus.“

Jona 3,10

Klingt komisch, ist aber so

Solche Worte klingen in den Ohren der meisten Westler ungefähr so ansprechend wie ein Aufruf, auf Mobiltelefone zu verzichten und wieder per Rauchzeichen zu kommunizieren. Das Problem ist, dass wir uns an ein Leben gewöhnt haben, in dem Gott höchstens als Randnotiz vorkommt. Das lässt solche Bußaufrufe fremdartig, ja beängstigend wirken. 

Höchste Zeit, der Gottesentfremdung ein Ende zu setzen.

Mit Gott zu leben ist keine religiöse Option. Wir Menschen sind dazu geschaffen, mit Gott in einer allumfassenden Beziehung zu stehen. Stell dir vor, du besprichst alles mit Gott. Deinen Tagesplan, deine langfristigen Vorhaben. Du kannst ihm alles sagen, deine Freuden, Sorgen und Nöte. Du kannst ihn um alles bitten, was du brauchst. Er geht niemals weg, er hört immer zu. Er kennt dich bis in die tiefsten Winkel deiner Seele. Und er liebt dich. Es ist wie eine Beziehung zu einem Menschen, nur dass das Gegenüber körperlos ist, immer da, moralisch vollkommen und allmächtig. 

Ist das wirklich „strange“, oder nicht vielmehr das, was sich jeder Mensch im tiefsten Herzen wünscht?

Und die Dinge, die Jogi Löw zurecht beklagt, haben letztlich eine Menge damit zu tun, dass die meisten Menschen kein solches Verhältnis zu Gott haben. 

Normalerweise sind wir viel zu busy, um nach Gott zu fragen. Die Corona-Krise könnte eine Chance für dich sein, deinen Schöpfer kennenzulernen.

Mach es wie Kenyatta und Ruto. Versuche es noch heute. Gott lässt sich von allen finden, die ihn ernsthaft suchen. Und wer weiß, welchen Einfluss dein ernsthaftes Gebet auf die Corona-Krise haben kann …

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