Interview Corona Krise

„Plötzlich erfüllte mich eine tiefe Freude“

Gabriel, 28 Jahre alt, ist Student und lebt in einem Vorort von München. In den letzten Jahren stellte er sich immer wieder die Frage, was sein Leben eigentlich für einen Sinn hat. Durch die aktuelle Corona-Krise war er nun mehr oder weniger gezwungen, sich all den drängenden Fragen zu stellen. Dadurch nahm sein Leben eine ungeahnte Wendung. Melissa hat ihn interviewt.

Gabriel, in dieser Corona-Zeit hat sich dein Leben ja um einiges verändert. Wie würdest du dein Leben „vor Corona“ in ein paar Sätzen beschreiben? Was war dir wichtig, womit hast du deine Zeit verbracht, was waren deine Ziele?

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, wenn ich ehrlich bin. Ich würde sagen mein Lebensziel bestand hauptsächlich darin, erfolgreich zu sein, mal viel Geld zu verdienen, um einen gewissen Lebensstandard zu haben und Dinge zu besitzen, die eine gewisse „Wichtigkeit“ hatten. Ich habe mein Leben darauf ausgerichtet, mich weiterzubilden und Sport zu machen, um gut in Form zu sein und eben das zu verkörpern, wovon einem verkauft wird, dass es zu einem erfüllten Leben führt.

Aus welchen Gründen hast du angefangen dir grundlegende Gedanken über dein Leben zu machen?

Ich glaube der ausschlaggebendste Grund war, dass ich mein Leben lang auf der Suche nach der Antwort auf die Frage „Was erfüllt mich wirklich im Leben/Was macht mich glücklich?“ war. Ich habe sehr viele Dinge ausprobiert, habe zum Beispiel sehr viel gearbeitet, was auch nicht ohne Erfolg war. Ich habe außerdem mal eine Weltreise gemacht, auf der ich in sehr armen und sehr reichen Ländern war. Nach meiner Rückkehr dachte ich, dass ich ja jetzt eigentlich alles gesehen hatte. Trotzdem hatte ich aber irgendwie noch diese Leere in mir. Ich war dann auch wirklich eine Zeit lang darauf fokussiert diese Leere zu füllen, indem ich versucht habe Erfolg zu repräsentieren. Also, dass ich mir beispielsweise gewisse Dinge leisten kann oder gut bei Frauen ankomme. Aber letztendlich konnte ich die Leere nicht füllen und bin leider auch immer wieder auf Wege gekommen, die ursprünglich nicht in meinem Sinn waren …

Wie kam es dazu, dass du angefangen hast die Bibel zu lesen? Welche Erfahrung hast du dabei gemacht?

Angefangen hat das damit, dass ich vor nicht allzu langer Zeit etwas getan habe, worauf ich überhaupt nicht stolz bin, und ich mich gefragt habe, warum so viele Sachen in meinem Leben passieren, die ich eigentlich gar nicht gut finde. Nachdem ich mir dann tagelang den Kopf darüber zerbrochen hatte, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich mein Leben ja doch selbst in der Hand habe und doch bewusster leben muss und auch Kleinigkeiten, die ich tue, große Konsequenzen haben können. Ich konnte aber trotzdem nicht mit all den Dingen umgehen, die ich schon in meinem Leben getan hatte. Eine mittlerweile sehr gute Freundin von mir hat mich dann auf die Bibel aufmerksam gemacht. Ich habe daraufhin angefangen, im Johannes-Evangelium zu lesen und mir das Leben von Jesus genauer anzuschauen. Ich habe gemerkt, dass ich einfach alles, was Jesus sagt, zu 100 Prozent unterschreiben würde und dass seine Worte kein Vergleich sind zu all den Lebensratgebern, die ich zuvor schon gelesen hatte. Plötzlich habe ich wirklich verstanden, was wichtig ist im Leben und worauf man achten sollte. Ich denke die größte Erkenntnis war, dass ich aufhören muss, immer nur an mich selbst zu denken, nur meinen Willen durchzusetzen und mich selbst in den Mittelpunkt des Universums zu stellen. Jesus und die Art und Weise, wie er gelebt hat, haben mir einfach die Augen dafür geöffnet.

Was war deine Reaktion darauf?

Am Ostersonntag habe ich für drei Stunden in der Bibel gelesen und mir Gedanken über mein eigenes Leben gemacht. Ich habe gelesen, wie Jesus gelebt hat, und realisierte dabei, welche Dinge ich selbst falsch gemacht hatte. In dem Moment ist mir bewusst geworden, worauf sich mein Leben eigentlich fokussieren sollte. Nachdem ich die Bibel zugeschlagen hatte, habe ich angefangen zu beten und meine komplette Schuld vor Jesus Christus abgeladen. Ich habe ihm von allen Dingen erzählt, die mich bedrückt haben, ihm all meine Probleme, die ich in meinem Leben hatte, genannt und ihn gebeten, dass er mir all diese Dinge vergibt. Ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt verstanden habe, worauf es ankommt, und dass ich von jetzt an das Leben mit ihm gehen möchte. In dem Moment, als ich das gebetet habe, spürte ich plötzlich eine Wärme in meinem Körper, die ich noch nie so erfahren habe, und obwohl ich während des Gebets geweint hatte, erfüllte mich plötzlich eine tiefe Freude. Danach hatte ich das Gefühl, als würde Gott mein Leben mit mir durchgehen, und ich verstand rückwirkend, in welchen Situationen in meinem Leben Gott sich mir schon gezeigt hatte, ich es aber in dem Moment noch nicht so wahrnehmen konnte. Als ich dann wieder „zu mir kam“, fühlte sich plötzlich alles irgendwie ganz anders an.

Inwiefern hat diese Begegnung mit Gott dein Leben bis jetzt verändert?

(Lacht) Das hört sich für mich selbst noch so verrückt an, weil es noch gar nicht so lange her ist. Mir ist aber so bewusst geworden, dass ich mein ganzes Leben verändern muss. Viele Dinge, die ich immer gemacht und für wichtig empfunden habe, waren im Endeffekt nämlich überhaupt nicht gut und erstrebenswert. Meine ganze Sicht auf die Welt, auf die Menschen an sich, aber vor allem auf mich selbst hat sich komplett verändert. Man spricht ja von einer Art „Wiedergeburt“, und ich würde behaupten, dass es sich wirklich auch so anfühlt, weil sich plötzlich das ganze Leben auf den Kopf stellt und man alles hinterfragt, was einem vorher wichtig war, und man viele dieser Dinge gar nicht mehr in seinem Leben haben möchte. Es ist in meinen Augen wirklich eine komplette Veränderung. Hört sich extrem an, ist aber auf jeden Fall positiv.

Wie kannst du dir sicher sein, dass das, was du in der Bibel gelesen hast, die Wahrheit ist?

Weil ich das an meinem eigenen Körper spüre. Ich war noch nie so im Reinen mit mir selbst und konnte noch nie so offen und ehrlich mit Menschen darüber reden, wie ich für sie empfinde. Außerdem habe ich davor noch nie in meinem Leben mit Menschen über Gott oder über die Bibel gesprochen. Seit dem Moment jedoch, als ich mein Leben Jesus übergeben habe, rede ich eigentlich jeden Tag mehrere Stunden über Gott. Ich hatte vorher auch gewisse gesundheitliche Probleme, die seitdem auch enorm besser geworden sind. Ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass das nicht die Wahrheit sein könnte.

Was rätst du Menschen, die momentan auch auf der Suche nach dem Sinn ihres eigenen Lebens sind?

Mein Rat wäre alle Ratgeber, die einem Erfolg für das eigene Leben versprechen, zur Seite zu legen und sich die Frage zu stellen „Was mache ich als Mensch hier auf dieser Welt? Was ist mein Sinn? Warum bin ich hier?“. Dann sollte man die Bibel zur Hand nehmen und sich die Frage stellen „Gibt es einen Gott? Und falls ja, ist Jesus Christus der Sohn dieses Gottes?“ Ich denke, dass Jesus alle Menschen auf dieser Welt liebt und er für jeden eine offene Tür hat. Ich kann den Schritt, Jesus sein Leben zu geben, jedem nur ans Herz legen und empfehlen, weil man danach erst wirklich versteht, dass es die beste Entscheidung des Lebens war.

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