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Von Greenpeace zu „Inner Peace“: Meine Suche nach Sinn

„Ich möchte nicht mehr leben, ich möchte sterben. Lieber Gott, bitte schicke mir jemanden, der mich umbringt oder irgendein Unglück, durch das ich sterbe. Wo ist der Sinn im Leben? Wo?“

Ausschnitt aus einem Tagebucheintrag (mit 15 Jahren)

Ich heiße Anja und möchte Euch einen kleinen Einblick in mein Leben geben. Aufgewachsen bin ich in einem liebevollen Elternhaus in der Nähe von München. Im Kindergottesdienst und bei der Konfirmation habe ich von Gott gehört, aber ich war mir nicht so sicher, ob es ihn wirklich gibt. Mit 12 Jahren habe ich einmal zu Gott geschrien: „Wenn es dich gibt, dann zeige dich mir.“ Es kam keine Antwort. Noch nicht. Doch in der Bibel steht:

„Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen“

Jeremia 29,13–14

Barfuß bei Greenpeace

Wichtig war mir immer der Umwelt- und Tierschutz. Ich wollte so naturverbunden leben wie nur möglich und so habe ich versucht, wenig Strom zu verbrauchen, bin barfuß gegangen, habe kein Fleisch gegessen, wollte nie einen Führerschein machen und anderes. Mein Lebensstil ist auf viel Unverständnis gestoßen. Ich könnte Euch nicht aufzählen, wie oft ich in der Schule zum Scherz gefragt wurde, ob man mir Schuhe kaufen dürfe.

In der Greenpeace-Jugend hatte ich viele Gleichgesinnte. Gemeinsam haben wir Aktionen für Umweltschutz und gegen Atomkraft gemacht. Es hat mir gefallen, gemeinsam für die Natur zu kämpfen.

Trotzdem einsam

Dennoch habe ich mich in meiner Jugend oft einsam gefühlt. Zwar habe ich viel unternommen, hatte aber kaum echte Freunde. In der Schule habe ich keinen rechten Anschluss zu meinen Klassenkameraden gefunden und habe mich vor den Pausen oft gefürchtet, weil ich Angst hatte, dass ich allein dastehen würde. Auch bei Greenpeace haben sich keine Freundschaften entwickelt.

So habe ich mich zunehmend gefragt, was eigentlich der Sinn im Leben ist. Wozu eigentlich leben? Diese Gedanken haben sich so zugespitzt, dass ich mir am liebsten das Leben nehmen wollte. Heute kann ich dazu nur sagen, dass Gott das in seiner Liebe verhindert hat.

Ungekannte Liebe

Nach dem Abi bin ich dann für 10 Monate nach Rumänien in ein christliches Kinderheim gegangen. Ich wollte gerne mal raus aus dem reichen Deutschland und irgendwo mithelfen. Schnell habe ich gemerkt, dass alle um mich herum überzeugte Christen waren. Das war mir fast ein bisschen zu viel. Ich hatte auch Angst, dass ich von all dem Gerede über Gott zu sehr beeinflusst werden und meine eigenen Überzeugungen verlieren würde. 

Doch etwas hat mich fasziniert und angezogen: Alle waren so unfassbar nett zu mir. Ich habe einfach dazugehört, so wie ich war. Wir haben die Freizeit wie selbstverständlich zusammen verbracht und ich musste nie Angst haben, ausgeschlossen zu werden. Mir wurde die Wäsche abgehängt, Wasser eingeschenkt, alle hatten immer ein offenes Ohr für mich. Ich habe mich so angenommen gefühlt wie nie zuvor.

Fasziniert von Jesus

Doch zum Glauben hatte ich noch viele Fragen: Wieso sollte ausgerechnet das Christentum die Wahrheit sein? Warum sollte die Bibel Gottes Wort sein?

Auch wenn viel über Gott geredet wurde, hat mir niemand den Glauben aufgezwängt und so wuchs allmählich mein Hunger, mehr über Gott zu erfahren. Abends haben wir immer gemeinsam Filme angeschaut oder Karten gespielt. Eines Abends, als alle ins Bett gegangen waren, habe ich mir eine Bibel geschnappt und angefangen im Lukas-Evangelium zu lesen. Und ich konnte nicht mehr aufhören. Vier Abende hintereinander habe ich die Bibel in mich aufgesogen. Was mich so fasziniert hat? Es war Jesus. Seine unendliche Liebe zu allen Menschen. Er ist so liebevoll gerade mit den Schwachen und Ausgestoßenen umgegangen. Diese große Liebe hat mich so bewegt.

Eine Entscheidung

Doch ich konnte noch immer nicht glauben, dass es Gott gibt. Woher soll ich das denn wissen? Ich kann ihn ja nicht sehen. Ich kann ihn ja nicht hören.

Ich merkte, dass ich mein ganzes Leben lang daran zweifeln könnte, ob es ihn gibt, oder ich könnte ihm vertrauen und mich in seine liebenden Arme werfen. Aber was, wenn es diese nicht gibt? Was wenn ich zu Boden stürzen würde?

Doch dann habe ich mich entschlossen, ihm zu vertrauen – ich habe ihm gesagt, dass mein Leben von jetzt an ganz ihm gehört. Es war eine innere Entscheidung, keine ausgesprochenen Worte. Doch gleich am folgenden Tag wusste ich, dass es Gott gibt und es daran keinen Zweifel gibt. Ich wusste jetzt, dass ich sein Kind bin. Es war auf einmal sicherer, als alles andere auf der Welt.

In den nächsten Monaten und Jahren hat mir Gott dann gezeigt, wo ich egoistisch und verletzend gegenüber anderen gehandelt hatte. Stück für Stück habe ich mich bei Gott und den Menschen dafür entschuldigt.

Mein Leben jetzt

Wie mein Leben jetzt aussieht? Es hat immer noch Höhen und Tiefen, schwere und schöne Momente, aber ich darf jetzt mit Gott leben. Er hat mir alles vergeben, was ich Schlechtes getan habe, und er liebt mich unendlich. Und diese Liebe ist unabhängig von dem, was ich leiste, oder ob ich das Richtige mache. Natürlich will ich ihm jetzt gefallen und Gutes tun, aber das gelingt mir nicht immer. Doch dann darf ich jedes Mal wissen, dass ich zu ihm zurückkommen kann. Er vergibt mir und dann geht’s weiter mit ihm.

Ich darf jetzt auch viele liebe Freunde haben, mit denen ich lachen und weinen und viele schöne gemeinsame Stunden verbringen darf. Dafür bin ich Gott unendlich dankbar. Mir ist dabei bewusst, dass Freundschaften zerbrechen können, aber ich weiß, dass mich Gott niemals mehr verlassen wird.

Was ich jetzt über Umwelt- und Tierschutz denke? Ich finde es immer noch wichtig, dass wir verantwortlich mit dieser Welt und den Tieren umgehen, aber es hat für mich nicht mehr die erste Priorität. Mittlerweile habe ich sogar einen Führerschein und trage auch wieder Schuhe.

Wisst ihr, was das allerschönste ist? Ich darf jetzt wissen, dass ich für immer bei Gott sein werde, wenn ich einmal sterbe. Dieses Leben hat jetzt einen Sinn und danach wird alles herrlich sein.

„Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.“

Philipperbrief 1,21
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Eine Antwort

  1. Liebe Anja,
    vielen Dank dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Was für eine schöne und ermutigende Lebensgeschichte! Du hast deinen Weg zu Jesus super gut und verständlich beschrieben, ich hoffe, viele dürfen dadurch auch zu Ihm finden.
    Liebe Grüße, Manu

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